Lerne die Kultur und das Spiel des afrobrasilianischen Kampftanzes kennen.

"Every movement starts with singing in a choir"

(Contramestre Ashé)

"Capoeira ist das Spiel der Möglichkeiten. Ein ständiges

                 Versuchen durch Bewegungen schwierige Situationen zu lösen.

                           Dabei hilft es sich auch mit widersprüchlichen Lösungsansätzen

                                  auseinander zu setzen. Bewegungen die zunächst ungeeignegt,

                                       sinnlos, gar unlogisch erscheinen, da sie nur einen rein

                                           tänzerischen Aspekt verfolgen, eröffnen neue kreative

                                                Lösungsfelder."


                                                          Contramestre Ashé

DER KREIS

"Die Roda ist die Vorbereitung auf den Kampf im Leben."

(Mestre Laércio)

Musik  -  Bewegung  -  Gemeinschaft

Der Kampfkunstcharakter der Capoeira steht im ständigen Spannungsverhältnis zu ihrem vordergründigen Spielcharakter. Ihr Spiel erfolgt im Capoeira-Kreis (der Roda), mit dem Ziel durch möglichst geschickte Bewegungsargumente die Spielführung zu gewinnen. Angeleitet und reguliert durch Musik versuchen zwei Spieler im Kreis einen ständigen kontaktarmen Fluss von Angriffs- und Verteidigungsbewegungen aufrecht zu erhalten. Der körpersprachliche Dialog entsteht. Das Geschehen ist vergleichbar mit der Argumentationsweise in einem Alltagsgespräch. Die spannungsvollen Situationen im Spiel-Kreis (Mikrokosmos) erinnern an Auflösungsversuche von Problemen des Alltagsleben (Makrokosmos). Fortgeschrittene Spieler greifen auf eine Vielzahl von eingeübten Bewegungsmöglichkeiten zurück, um auf  Probleme (Bewegungsfallen) und deren Muster (Bewegungsantäuschungen) in intuitiver Weise reagieren zu können. Improvisations- und Anpassungsfähigkeit werden im Kreis als "kleines Abbild" unserer Welt stetig abverlangt und erfordern ein hohes Mass an Konzentrations- und Einfühlungsvermögen in der Capoeira- Gemeinschaft.

DAS SPIEL

"Das Ziel in der Capoeira-Roda ist, mit Hilfes seines Gegners das Spiel zu gewinnen ."

(Paradoxon des Capoeira-Spiels)

Spielaufbau

Das Spiel der Capoeira findet zwischen zwei Personen statt. Es lässt sich als fließendes

Frage-und Antwort-Spiel beschreiben, bei

dem die Spieler auf Angriffs- und Verteidgungsbewegungen wechselweise reagieren müssen. Man unterscheidet zwei Bereiche mit methodisch verschiedenen Spielarten:


- Das Training als Lern-Spiel-Umfeld

- Die Roda als Konfrontations-Spiel-Umfeld

Spielablauf

Jedes Spiel wird von Musik begleitet, die den

Spielcharakter und das Schwierigkeitsniveau

vorgibt. Die Spieler werden aufgefordert am Rand des 8-köpfigen Orchesters in den Kreis

zu treten, sich zu begrüssen, um anschliessend auf ein spieleröffnendes Zeichen des Meisters zu warten. Während dem Körper-Dialog versuchen die Spieler den Partner geschickt in eine vorbereitete Bewegungsfalle zu locken (Schach). Entwickelt das Spiel jedoch keine weitere Kreativität, wird der Meister den Ablauf beenden und ein neues Spielpaar in die Roda rufen

Interaktion

Die Gemeinschaft der Roda hat Anspruch an ein ästhetisch geführtes Bewegungsspiel, das sich durch akrobatisches Geschick auszeichnet. Eindrucksvoll in Erinnerung bleiben Auflösungen von aussichtslos erscheinenden Situationen im engen Handlungsspielraum des Kreises. Der Wirklichkeitsbezug wird spielerisch vor Augen geführt. Durch die Verbindung von Spielern und Musikern, von Vorsängern und Chor wird die Roda zu einem Ort sozialer Interaktion, wo gegenseitiger Respekt das Gemeinschaftsgefühl aufrecht hält.

DAS TRAINING

"Ein Capoeirista (Capoeira-Spieler) geht nie unvorbereitet in die Roda.

Er beherrscht Bewegungen, Gesang und spielt die Instrumente."

(Mestre Laércio)

Das Training ist eine Vorbereitung für den Capoeira-Kreis. Es werden alle Aspekte der Roda trainiert, um später ein größt mögliches Mass an Selbstvertrauen in die eigenen Bewegungsfähigkeiten zu haben und diese richtig zur Anwendung zu bringen.Das Training gibt daher einen vertieften theoretischen Einblick in die Roda durch praktisches Erlernen der verschiedenen Angriffs- und Verteidigungsbewegungen, um die Spieler mit einen Grundrepertoir an Bewegungsargumenten auszustatten. Zusätzlich wird das Spielen der Instrumente und der Gesang in brasilianischer Sprache vermittelt.

UNITCIRCLE

Lerne die Bewegung (im Training)

Fühle den Flow (im Spiel)

Wachse an der Herausforderung (im Kreis)

Unitcircle (dt. Einheitskreis) steht sinnbildlich für den Capoeira-Kreis, der Roda. In diesem räumlich begrenzten Ort, laufen die ganzen Aspekte der Capoeira zusammen. Der Aspekt des Trainings (Musik, Gesang und Bewegungen), als theoretischer Lernbereich, vereinheitlichen sich mit dem Aspekt des Spieles, als pädagogischer Regelbereich und werden wirklichkeitsgetreu erfahren und praktisch angewandt im Kreis. Dabei gelten der gegenseitige Respekt und die soziale Interaktion als oberste Prinzipien. Die Roda, als Ort der Konfrontation, steht in der Capoeira für die Auseinandersetzung mit einem unlösbaren Problem:


DIE QUADRATUR DES KREISES

Unitcircle ist das Projekt von Contramestre Ashé (GCFA - Konstanz), um die Komplexität und den Umfang der Capoeira auf einfache und verständliche Art und Weise zu vermitteln:

Durch Theorie-, Praxis- und Anwendungsunterricht versucht er einen fließenden Übergang zwischen den Teilbereichen der Capoeira herzustellen, um die Kultur, die Pädagogik, die Logik und das Soziale der Capoeira begreifbar zu machen. 

Theorie

das Training,

als Theorieunterricht (Musik, Bewegung, Gesang)

für Einzelpersonen

Praxis

das Spiel,

als Praxisunterricht

zu zweit

Anwendung

der Capoeira-Kreis, die Roda,

als reales Anwendungsumfeld

in der Gemeinschaft.

MITMACHEN

Wann. Wo. Wer.

MONTAGS:

(Erwachsenengruppe)

20 uhr - 22 uhr,

Treffpunkt-Petershausen,

Georg-Elser-Platz 1, 78464 Konstanz.

(Bitte bequeme Hose, T-shirt und Schuhe mitbringen.)

Aktuell:  

Aufgrund der Corona-bedingten Massnahmen, findet das Training momentan nach Absprache draußen statt.

 info@unitcircle.de

Contramestre Ashé

Contramestre Ashé

Contramestre Ashé ist in Konstanz geboren und begann im Alter von 15 Jahren Capoeira Angola bei Contramestre Urubú zu erlernen. Er praktiziert seit über 20 Jahren Capoeira und leitet die Gruppe Filhos de Angola seit dem Jahr 2000. Er ist Vorstand des Lagoa Boa Verein Konstanz, der sich ehren-amtlich mit Verbreitung  der Capoeira befasst. Ashé hält regelmässig Workshops auf welchen er das Wissen, die Tradition und die Lehren seines Meisters Laércio aus Brasilien weiter gibt.

Mestre Laércio

Geboren inn Salvador da Bahia, begann Laércio dos Anjos Borges im Alter von 12 Jahren Capoeira zu erlernen. Berühmte Meister, darunter Mestre Caiçara und Mestre  Moraes, gelten als seine Referenzen. Im Jahre 1984 gründet er die Grupo de Capoeira - Filhos de Angola in Salvador da Bahia, Brasilien. Heute lebt und arbeitet er in Berlin und gehört zu den Pionieren, die Capoeira Angola nach Europa gebracht haben, um ihre Vielfältigkeit hier weiter zu pflegen und zu vermitteln.

"Every movement starts with singing in a choir."

Grupo de Capoeira - Filhos de Angola Konstanz

Koordination: Mestre Laércio